
Eine Reise durch die Wunder der Vergangenheit
Es gibt einen Ort in Parma, wo die Zeit nicht stillsteht, sondern mit ihr verschmilzt. Es ist der Mercante in Fiera, und wenn Sie noch nie dort waren, bereiten Sie sich darauf vor, sich im wahrsten Sinne des Wortes zu verirren.
Letztes Wochenende erlag ich dem Ruf dieses Festivals, das die Stadt in ein Kaleidoskop aus Erinnerungen, Stilen und Epochen verwandelt. Ich tat dies mit meiner üblichen Neugier und jener etwas kindlichen Sehnsucht, mich verzaubern zu lassen.
Und ich muss sagen, dass der Kaufmann dieses Mal nicht enttäuscht hat.
Was gibt es auf dem Jahrmarkt? Alles. Wirklich alles.
Ein Bummel durch die Stände ist ein Erlebnis, das ich allen empfehlen kann, die ein einzigartiges Stück suchen, aber auch – und vielleicht vor allem – allen, die gerne beobachten. Denn zwischen diesen Ständen findet sich mehr als nur restaurierte Möbel: Es ist eine ganze Welt.
Ich stöberte inmitten unvorstellbarer Einrichtungsgegenstände, deren Zweck ich bis heute nicht verstehe, farbenfroher Teppiche, die Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählen, schmiedeeiserner Tore, die einst antike Palladio-Villen schmückten, kostbarem Muranoglas und riesigen Kronleuchtern, die so imposant sind, dass man sich fragt: „In welchem modernen Zuhause könnte ich so etwas jemals aufstellen?“
Und dann Gemälde und Statuen aller Art: streng blickende Porträts von Adligen neben leicht verblassten Gips-Venusfiguren, Jugendstilbüsten, Holzmadonnen und moderne Skulpturen, bei denen man nicht sagen kann, ob sie genial oder einfach nur seltsam sind.
Und wieder: Sessel und Wohnzimmer von so königlicher Pracht, dass sie einst Könige und Königinnen beherbergten. Ganze Wohnzimmer, bezogen mit Samt, gepolsterte Sofas und Chaiselongues laden mit einem leicht altmodischen Charme zum Entspannen ein.
Dann, plötzlich, ändert sich das Jahrhundert. Hell erleuchtete Jukeboxen tauchen auf, mit bunten Blubberblasen und dem unverkennbaren Flair der 50er-Jahre. Überall Schilder aller Art: klassische Tankstellenschilder und sogar das riesige, beleuchtete McDonald’s-Schild – inmitten der Antiquitäten ein ironischer Kontrast zu einer Ära, die schon so fern scheint.
Und dann ist da die Schmuckabteilung. Vintage-Stücke in Samtvitrinen: Art-déco-Broschen, Armbänder aus Gelbgold, Naturperlenketten. Und dann die kostbarsten Steine: Saphire, Rubine, Smaragde und Diamanten, die den Blick fesseln und nicht mehr loslassen. Und schließlich hochkarätige Uhren: Taschenuhren aus Weißgold, Vintage-Chronographen, Vintage-Rolex, Patek Philippe. Jede Uhr erzählt ihre eigene Geschichte, und man hält inne und fragt sich, wie viele Hände sie wohl aufgezogen haben.
Vintage-Porzellan und Kleidung
Und dann ist da das Porzellan. Handbemalte Teller, exquisite Tassen, geschwungene Teekannen. Und dann die Geschirrsets, die auf Kreuzfahrtschiffen vergangener Zeiten verwendet wurden, als Luxus noch ein Privileg weniger war. Teller mit Goldrand und Monogrammen legendärer Reedereien – eine Eleganz, die wir uns heute kaum noch vorstellen können.
Und schließlich Vintage-Kleidung. Designertaschen aus Jahrzehnten: eine Bambus-Gucci, die an das Dolce Vita erinnert, eine Hermès, die die Geschichten bedeutender Frauen erzählt. Dazu verspielte Blusen mit Rüschen, Spitze und Perlmuttknöpfen, wie direkt aus einem Audrey-Hepburn-Film. Außerdem Seidenabendkleider, Glockenhüte und handbedruckte Schals.
Und so, nach stundenlangem Gehen…
Verlassen Sie den Mercante auf der Fiera mit leuchtenden Augen und einem Herzen voller Freude. Selbst wenn Sie nichts gekauft haben – allein das Anschauen, Vorstellen und Anfassen ist die Reise wert.
Denn das Besondere an diesem Markt ist nicht nur die Möglichkeit, ein seltenes Objekt zu erwerben, sondern auch die Begegnung mit Geschichten, die sonst verloren gingen. Jeder Kronleuchter, jeder Sessel, jede Porzellantasse, jeder Diaman